Shiatsu ist Körper-Berührungs-Kunst

 

Die Wurzeln liegen in der klassischen chinesischen und japanischen Philosophie

Shiatsu ist traditionell, insofern es sich auf alte, nichtmedizinische Wurzeln bezieht. Schon im 2. Jhdt. v. Chr. waren in Südostasien sog. Daoyin-Übungen verbreitet, die Massage, Akupressurtechniken sowie Bewegungs- und Atemübungen umfassten. Diese Übungen wurden im 10. Jhdt. vom Zen-Buddhismus beeinflusst und wurden Bestandteil der in Japan praktizierten Amma-Massage, soz. einer ersten Form des Shiatsu. Amma wurde in Kombination mit Akupunktur, Moxibustion oder Kräuterheilkunde eingesetzt.

 

In seiner jetzigen Form ist Shiatsu eine Entwicklung aus der Mitte der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts in Japan. Von Japan ausgehend haben sich über die USA verschiedene Shiatsu-Stile im Westen verbreitet.

Bedeutsam wurde das Shiatsu nach Shizuto Masunaga (1925-1981), er entwickelte das Zen-Shiatsu. Masunaga studierte westliche Psychologie, bevor er in den späten 40-er Jahren Shiatsu auszuüben begann. Er veröffentlichte 1977 in den USA das Buch „Zen-Shiatsu“ (achtsames Herangehen der Shiatsu-PraktikerInnen).

Mit Beginn der 80er-Jahre begann ein regelrechter Shiatsu-Boom, um die individuell erlebte Gesundheit zu fördern.

 

Masunaga hat das traditionelle Meridiansystem der Akupunktur erweitert und bezog sich außerdem auf die TCM, die moderne Psychologie und Physiologie.

Zen-Shiatsu vereint sanfte Techniken aus der Körperarbeit mit Eigenschaften wie Achtsamkeit, Präsenz und Aufmerksamkeit. Dabei wird im Sinne des Zen eine absichtslose, nicht-manipulative Haltung eingenommen. Etwas in einem „Zen-Sinn“ zu tun, bedeutet, es 100%ig zu tun. Durch diese Konzentration von Präsenz und absoluter Offenheit in der Wahrnehmung entsteht der Raum, in dem die Informationen der Klienten empfangen werden können. Ohne Worte vermitteln die Klienten also den Praktikern, was jeweils „zu tun ist“ = intuitives Erfassen.

In der Tradition von Masunaga beschäftigt sich Shiatsu nicht mit Krankheiten im westlichen Sinne, sondern ausschließlich mit der Balance des im Körper frei zirkulierenden Ki. Ein vorhandenes Ungleichgewicht von Ki (Kyo oder Jitsu genannt) äußert sich in den Meridianen und soll dort bearbeitet werden.

  

Ziel ist,  das energetische System des Klienten an seine Selbstheilungsfähigkeiten zu erinnern, ohne auf ein bestimmtes Ergebnis fixiert zu sein.

Der Erfolg beim Shiatsu resultiert daraus, dass die Körperwahrnehmung angeregt und sensibilisiert wird. Stärken, Ressourcen können entfaltet werden, das Vertrauen in den eigenen Organismus wird gestärkt.

 

Forschungen haben gezeigt, dass alle befragten Klienten Shiatsu in vergleichbarer Weise erleben. Dazu gehört u.a. ein Gefühl des Entspanntseins und der Verbundenheit mit sich selbst. Eigenschaften wurden genannt, wie ruhig, ausgeglichen, harmonisiert, über den Dingen stehend, leicht, beweglich, mehr im Lot, wohler in der eigenen Haut, mehr als Einheit, klarer im Denken, körperbewusster, gelassener, persönlich weiterentwickelt, in besserer Beziehung zum sozialen Umfeld.

 

Warum wirkt Shiatsu entspannend?

 

Unser Nervensystem besteht aus 2 Teilen:

1.         willentlich beeinflussbar

2.         vegetativ oder autonom: dieser Bereich unterteilt sich in 2 Äste:

 

+   Sympatikus (Kampf- und Flucht – Adrenalinausschüttung) und

+ Parasympatikus (Senkung von Puls und Atemfrequenz, Verdauung, …).

 

Beim Shiatsu wird der Parasympatikus aktiviert. Erkennbar an typischen Verdauungsgeräuschen, vertiefter Atmung, ruhigerem Herz und entspannten Muskeln.